Die Autorin
Nele Neuhaus
... geboren in Münster / Westfalen und aufgewachsen in Paderborn, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus und schreibt bereits ebenso lange. Sie arbeitete in einer Werbeagentur, studierte einige Semester Jura, Geschichte und Germanistik, bis sie nach ihrer Heirat ihren Mann im familieneigenen Betrieb unterstützte.
Ihre im Vordertaunus angesiedelte Krimiserie mit den Ermittlern Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff, die Nele Neuhaus zunächst im Selbstverlag veröffentlichte bevor der Berliner Ullstein-Verlag sie 2008 entdeckte und unter Vertrag nahm, machte sie zu einer der meistgelesenen Krimiautorinnen im deutschsprachigen Raum. Ihre Taunuskrimis erreichten bisher eine Gesamtauflage von einer Million, die Rechte wurden in 20 Länder verkauft, unter anderem nach Italien, Frankreich, Spanien, Holland, Korea, Russland, Brasilien und in die USA.
Ihr Krimi "Schneewittchen muss sterben" gelangte bereits drei Tage nach Erscheinen im Juni 2010 unter die TOP20 der SPIEGEL-Bestsellerliste und steht seitdem auch bei Internetbuchhändler Amazon auf den vordersten Verkaufsrängen. Seit Anfang 2011 stehen alle vier Krimis von Nele Neuhaus unter den TOP50 der SPIEGEL-Bestsellerliste.
Im Frühjahr 2011 erschien im Thienemann-Verlag der erste Band der Jugendbuchreihe "Elena - Ein Leben für Pferde" mit dem Titel "Gegen alle Hindernisse". Band 2 folgte bereits im Juli 2011.
Der fünfte Fall für ihr Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff mit dem Titel "Wer Wind sät" erschien am 13. Mai 2011 und schoss direkt auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Im September 2011 stehen alle 5 Krimis unter den 15 meistverkauften Taschenbüchern in der Bestsellerliste von Spiegel Online, "Tiefe Wunden" ist in Frankreich erschienen und "Schneewittchen muss sterben" in Holland.
Die Autorin lebt im Vordertaunus.
Italiano
Nele Neuhaus è nata in Germania nel 1967.
Viaggio con Biancaneve a Italia - Roma e Milano - Giugnio 2011
Français
Nele Neuhaus, est née en 1967. Après des études universitaires elle travaillait entre autre dans une agence de publicité et à partir de son mariage dans l’usine de viande et de charcuterie de son mari. Obsédée d’écrire depuis son enfance, elle publiait ses trois premiers romans policiers à compte d’auteur. Son premier roman (paru 2005) joue à New York au milieu de la criminalité de la haute finance (« Unter Haien » - « En proie aux requins »). A partir du second, l’histoire de ses romans tourne autour du commissaire Oliver von Bodenstein et sa collègue Pia Kirchhoff et se déroule aux alentour de Frankfort. Au rythme annuel 4 romans se succèdent : « Eine Unbeliebte Frau » ( Une femme impopulaire), « Mordsfreunde » (Des amis à vie et à mort) , « Tiefe Wunden » ( « Flétrissure » ) et Schneewittchen muß sterben » (À mort, Blanche Neige). Très vite elle connaît un succès impressionnant en figurant depuis juin 2010 sur les premières places des listes des meilleures ventes (Bestseller). À partir de fin janvier 2011 « Une femme détestée » et « À mort, Blanche Neige » sont disponibles en livres-CD. Ses chiffres de vente augmentent de jour en jour, à la fin de l’année 2010 ils atteignirent plus de 680.000 exemplaires. Des licences de ses 5 titres sont allées à 15 pays entre autres: l'Italie, les États-Unis, la Russie, la Pologne, la Chine Populaire, la Corée du Sud, le Brésil, la Hollande, la Turquie… Récemment les droits de film et de télévision viennent d'être vendus. En France « Des blessures profondes » et « À mort, Blanche Neige » paraîtront chez Acte Sud; la date n’est pas encore fixée.
Les chevaux étant une autre des ses passions, à part de ses romans policiers elle écrit des romans pour la jeunesse avec le monde des sports équestres au centre de l’action. Le premier volume d’une trilogie paraîtra au mois d’avril prochain, accompagné en méme temps d’une version livre-CD. Pour le mois de mai elle annonce son 6ème roman policier « Qui sème le vent.. ».
Remarque : La version française des titres n’est pas encore autorisée!
Wie ich Schriftstellerin wurde - und warum man seine Träume leben soll
So fing alles an...
Meine erste Geschichte schrieb ich im Alter von ungefähr fünf Jahren, noch bevor ich das Schreiben offiziell in der Schule gelernt habe. Es ging um Eulen im Wald, meine Lieblingstiere zu der Zeit und wer verstehen wollte, was ich geschrieben hatte, musste das Geschriebene laut lesen, denn ich schrieb damals noch in Lautschrift. Später lernte ich das Schreiben richtig und fing an, Geschichten handschriftlich in Schulhefte zu schreiben.
Weiter ging es später mit dem guten alten Pelikan-Füller, ungefähr 1981 muss es gewesen sein, als ich die Pferdegeschichte "Jessica - Abenteuer im Reitstall" verfasste, die schon mehrere Hefte füllte und von mir sorgfältig aneinandergeklebt und mit Tesafilm gebunden wurden.
Einige Jahr später bekam ich von meinen Eltern zu Weihnachten eine gelbe Reiseschreibmaschine geschenkt. Auf ihr entstanden in den folgenden Jahren unzählige Geschichten, ich tippte in jeder freien Sekunde Pferdegeschichten, Liebesgeschichten, Drehbücher und vieles andere mehr. Einiges habe ich noch, das Meiste wanderte in den Papierkorb. Schon damals stand für mich fest, dass ich Schriftstellerin werden wollte.
Traumberuf Schriftstellerin
Das Ende der Schulzeit nahte, meine KlassenkameradInnen unterschrieben Lehrverträge und schrieben sich bei Universitäten ein. Es hätte vermessen geklungen und wahrscheinlich wäre ich herzlich ausgelacht worden, hätte ich auf die Frage "Was willst du werden?" die wahre Antwort gegeben. Jeder Mensch weiß, dass Schriftstellerei eine brotlose Kunst ist. Meine armen Eltern wären sicher verzweifelt und hätten mich vor ihrem geistigen Auge wahrscheinlich noch mit fünfzig in ihrem Keller an meiner Schreibmaschine hocken sehen.
Also tat ich, was sich nicht vermeiden ließ: ich verdiente Geld. Eine kaufmännische Lehre kam für mich wegen meiner tief verwurzelten Aversion gegen Zahlen nicht in Frage. Gerne hätte ich Filmwissenschaften studiert, aber meinen Eltern war es etwas unheimlich, mich allein in einer Großstadt wie Berlin oder München zu wissen. Dann ergab es sich, dass ich eine Stelle als Sekretärin in der Firma bekam, in der ich schon vorher in den Ferien immer gejobbt hatte. Ich verdiente sofort Geld, kein mageres Lehrlingssalär. Innerlich war ich nach wie vor fest davon überzeugt, dass ich eines Tages meinen heimlichen Traum verwirklichen würde. Unerschütterlich schrieb ich immer weiter, für die Schublade und meistens noch ohne ein Ende hinzubekommen. Aber eins habe ich in dieser Zeit gelernt: Schreiben ist zu einem großen Teil Handwerk, die Übung macht den Meister! Allerdings war ich damals noch sehr weit davon entfernt, ein echtes Buch zu schreiben. Ich war viel zu ungeduldig, wollte zuviel auf einmal.
Nur nicht aufgeben!
Die Jahre gingen ins Land. Auf einem Reitturnier lernte ich meinen Mann kennen und die nächsten Jahre gehörten unserem gemeinsamen Hobby Pferde und der Arbeit in der Fleischfabrik meines Mannes. Selbständigkeit und Pferde schließen beinahe jede andere Freizeitaktivität aus und so wurde das Schreiben für mich zum einzigen Urlaub, den ich hatte. Ein Ausflug an die Uni machte mir nach ein paar Semestern Jura, Germanistik und Geschichte deutlich, dass eine akademische Laufbahn nicht mein Fall sein würde. Lehrreich und im Nachhinein unverzichtbar war diese Erfahrung dennoch. Schreiben - mittlerweile am PC - blieb ein Hobby, für das mein Gatte überhaupt kein Verständnis aufbrachte. Zeitverschwendung, meinte er kopfschüttelnd. Ich ließ mich durch ihn nicht entmutigen. Irgendwie gelang es mir über Jahre hinweg ein 1.000 Seiten dickes Manuskript über eine Investmentbankerin in New York fertigzuschreiben. Zur Schreibarbeit hinzu kam eine umfangreiche Recherche, denn das Internet war in den späten 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch lange nicht so informativ wie heute, ich musste mich durch einen ganzen Haufen Bücher lesen. Eines Tages war "Unter Haien" nach mehreren Überarbeitungen fertig, ich suchte einen Verlag.
Natürlich passierte mir das, was wohl jedem Möchtegern-Autor passiert: als Antwort auf meine Manuskript-Einsendungen gab es höfliche, vorgedruckte Absageschreiben. Nur einmal erhielt ich nach zwei Tagen eine begeisterte Zusage. Bei genauerem Hinsehen erwies sich dieser euphorische Verlag als einer dieser ominösen Zuzahlverlage, sie wollten von mir DM 60.000, um mein Buch zu drucken. Das konnte es auch nicht sein! Niemand sagte mir, woran es wirklich lag, dass niemand mein Manuskript haben wollte, ich bekam langsam erste Zweifel an der Qualität meines Werkes und an mir selbst.
Books on demand - eine (gute) Alternative ...
Ende 2004 las ich im Internet zum ersten Mal von der Möglichkeit, sein Buch kostengünstig selbst drucken zu lassen. Das Zauberwort hieß "Book on demand". Ich machte mich schlau und wusste: DAS ist es! Nimm dein Glück selbst in die Hand und versuche es!
Aber was genau verbirgt sich hinter dem Begriff "Books on demand"? Begriffen hatte ich, dass diese Verlage jedes Manuskript drucken, es sei denn, der Inhalt ist politisch nicht korrekt.
Es funktioniert vereinfacht dargestellt so: Man stellt dem Verlag sein Manuskript als Word-Datei zur Verfügung und entscheidet sich, ob es genau so übernommen werden soll, oder ob man gegen Aufpreis noch ein Lektorat, ein Korrektorat oder was auch immer dazu buchen möchte. Der Verlag entwirft auf Wunsch ein Cover, kümmert sich um eine ISBN und alles, was sein muss. Dann wird nach Freigabe durch den Autor gedruckt. Hardcover, Softcover, Paperback, es gibt unzählige Möglichkeiten zur Ausstattung seines Buches. Ich fand durch Zufall den Münsteraner Verlag "Monsenstein & Vannerdat", mit dem ich in der Zukunft insgesamt vier Buchprojekte auf den Weg gebracht habe und immer zufrieden war.
Einen Haken hat die Veröffentlichung mit Books on demand allerdings, und darüber sollte man sich als Autor im Klaren sein: wenn das Buch erst gedruckt ist, war es das dann auch. Um Werbung, Vermarktung und Ähnliches kümmern sich diese Verlage nicht. Sie sind - und das soll nicht negativ klingen - reine Dienstleister, also bessere Druckereien. Kleine Auflagen sind zumeist so teuer in der Herstellung, dass der Autor nichts daran verdient und oft sind dadurch auch die Verkaufspreise sehr hoch, sodass sie mit Büchern aus großen Verlagen nicht konkurrieren können. Und es ist auch so - das habe ich am eigenen Leib erfahren - als Autor eines Book on demand-Verlages sind Sie als Autor oder Autorin nicht besonders gut angesehen. Mir war aber das alles egal. Ich wollte mein Buch in der Hand halten, meinen Traum verwirklichen.
Leben deinen Traum
Ich kalkulierte sehr genau, welches Risiko ich eingehe. Meinem Mann wollte ich ja beweisen, dass Bücher auch ein Geschäft sein können. Die Erstauflage von "Unter Haien" lag bei 500 Exemplaren und einem Verkaufspreis von EUR 16,90 bei etwas mehr als 600 Seiten. Ein Wagnis für eine völlig unbekannte Autorin , denn ich konnte natürlich nicht absehen, ob und wenn ja wie gut sich das Buch verkaufen würde. Ich organisierte eine Buchpremiere, zu der ich alle Freunde und Bekannte einlud und hatte natürlich auch den Verkaufsraum unserer Firma als Absatzmöglichkeit im Auge. Der Plan ging auf, die erste Auflage war bereits nach ein paar Tagen verkauft und ich druckte weiter. Ich steckte sehr viel Energie in die Vermarktung meines Buches und musste dabei auch oft über meinen Schatten springen. Klinkenputzen bei Buchhändlern in der Umgebung, die Erstellung einer eigenen Webseite, Lesungen vor manchmal nur zwei oder drei Leuten, Kontakte zur Presse aufbauen. Ein mühsamer und anstrengender Weg, der aber letztendlich zum gewünschten Erfolg führte, denn die Bücher landeten dort, wo sie landen sollten: bei den Lesern nämlich.
Recht schnell verlangten diese Leser nach mehr und so entstand der erste Taunus-Krimi mit dem Titel "Eine unbeliebte Frau". Auch hier machte ich wieder alles selbst, suchte ein Cover-Bild aus, schrieb die Klappentexte und machte das Korrektorat. Diesmal war ich bei der Erstauflage schon mutiger: 1.000 Bücher kamen kurz vor der Buchpremiere auf einer Palette an und wanderten in die Garage, wo sie aber nicht lange blieben. Die ersten Buchhändler entdeckten die Taunuskrimis und fingen an zu bestellen. Ich schrieb Lieferscheine und Rechnungen, lieferte die Bücher selbst aus, trug die via Amazon bestellten Bücher auf die Post, dann mussten die Lieferfahrer meines Mannes einspringen und nahmen die Lieferungen für weiter entfernt liegende Buchhandlungen mit auf ihre Touren.
Der zweite Taunuskrimi "Mordsfreunde" erschien in einer Erstauflage von 5.000 Exemplaren. Das Buch verkaufte sich seit seinem ersten Erscheinen am 18. November 2006 bis zu dem Tag, an dem es von Ullstein übernommen wurde, über 10.000 Mal!
Heute bin ich froh, dass ich diesen Weg eingeschlagen habe. Ich weiß die Arbeit innerhalb eines Verlagshauses zu würdigen, weiß, was Vertreter, Vertriebler, Lektoren und alle anderen so tun. Schließlich schrieb ich die Bücher nicht nur selbst, ich korrigierte, lektorierte, entwarf Cover, dachte mir den Titel aus, ich war meine eigene Marketingabteilung, mein eigener Vertrieb, meine eigene Buchhaltung.
Mein Mann belächelte das nur und auch viele andere Leute schüttelten den Kopf, denn mir blieb so gut wie keine Zeit für andere Dinge. Vormittags in der Fleischfabrik arbeiten, nachmittags schreiben. Zwischendurch alles andere. Kein Urlaub. Wenn man mich fragte, ob mir nicht etwas fehle, schüttelte wiederum ich den Kopf. Ich war dabei, mir den Traum meines Lebens zu erfüllen! Wie konnte da etwas fehlen? Ich war zufrieden mit dem, was ich ganz aus eigener Kraft erreicht hatte. An einen richtigen Verlag dachte ich zu dem Zeitpunkt nicht mehr. Aber dann dachte ein richtiger Verlag an mich ...
Ullstein
Im Januar 2008 kam es in meiner Schriftstellerkarriere zu einer sehr großen, wundervollen Veränderung, denn eine Lektorin des renommierten Ullstein-Verlages meldete sich bei mir. Die Verlagsvertreterin hatte von ihrer Frühjahrsreise durch die Buchhandlungen ein Exemplar der "Mordsfreunde" mit nach Berlin gebracht. Dort war man begeistert und fragte an, ob ich Interesse an einer Zusammenarbeit hätte. Ich überlegte - aber nicht lange. Mit meiner Art des Verlegens war ich an die Grenzen meiner Möglichkeiten gestoßen. Mir fehlten Geld und Zeit für großangelegte Werbung, mir fehlten die nötigen Vertriebsschienen, außerdem hatte ich keine Lust mehr dazu. Ich wollte meine knappe Zeit lieber für das Schreiben nutzen. Außerdem hatte ich seit jeher eine besondere Affinität zu Ullstein, denn als Kind war die Eule mein Lieblingstier, und im Ullstein-Verlag sind einige meiner Lieblingsbücher erschienen.
Wenig später reichte ich ein Exposé für einen weiteren Taunus-Krimi ein, das in der Redaktion und in der Lektorenrunde guten Anklang fand. Daraufhin bekam ich einen Verlagsvertrag und machte mich an die Arbeit. Es war eine völlig neue Erfahrung, mit einer erfahrenen Lektorin zusammenzuarbeiten, eine tolle Erfahrung, die meine Bücher verbesserte. "Tiefe Wunden" erschien im Sommer 2009 und schaffte zum Erstaunen aller Beteiligten auf Anhieb den Sprung in die SPIEGEL-Bestsellerliste. Auch "Eine unbeliebte Frau" und "Mordsfreunde" wurden als so genannte Backlisttitel ins Verlagsprogramm von Ullstein aufgenommen und erschienen bereits im April 2009.
Diese Chance bei Ullstein war phänomenal und sie kam genau im richtigen Moment. Mit diesem Schritt verwirklichte ich meinen Traum: ich war tatsächlich Schriftstellerin!
Der Durchbruch
Aller anfänglichen Unkenrufe zum Trotz bestanden meine Bücher, die im Taunus spielen, auch vor großem Publikum und werden heute in ganz Deutschland gern gelesen. Die Zusammenarbeit mit einem großen Publikumsverlag wie Ullstein war für mich eine große Chance, die ich ergriffen habe. Auch davor hatte man mich gewarnt: Pass auf, du wirst gezwungen dies und das zu schreiben, du wirst unter Druck stehen, Abgabetermine bekommen, fallengelassen werden, wenn der Erfolg ausbleibt. Ich stand aber auch vorher schon unter Druck, denn ich hatte mir ja selbst auch immer Abgabetermine vorgegeben, in dem ich Termine für Buchpremieren festlegte. Und das war wahrhaftig sehr viel Stress, denn ich stand ja allein auf weiter Flur.
Heute habe ich eine Lektorin, die mit mir am Text arbeitet. Ich schreibe noch immer das, was ich schreiben will. Es macht noch immer Spaß. Ich habe nicht länger das Gefühl, allein zu sein, denn hinter mir steht nun ein ganzer Verlag. Im Juni 2010 erschien dann der 4. Taunuskrimi "Schneewittchen muss sterben". Und ganz plötzlich und unverhofft geschah etwas, wovon ich nicht einmal zu träumen gewagt hatte: das Buch schoss in die Bestsellerlisten, stand bei Amazon wochen- und monatelang auf Verkaufsrang 1.
Für den Thienemann-Verlag habe ich 2010 zwei Jugendbücher geschrieben, Band 1 mit dem Titel "Elena - ein Leben für Pferde" wird im März 2011 erscheinen. Damit geht es für mich quasi wieder zurück zu den Wurzeln meiner schriftstellerischen Tätigkeit. Und auch "Unter Haien" ist aus dem Book-on-demand-Schatten herausgetreten und erscheint bei Prospero, einem kleinen Verlagshaus aus Münster.
Alles hat sich unglaublich schnell und wunderbar entwickelt. Aber ich habe dafür auch unglaublich hart gearbeitet und mich niemals entmutigen lassen, weder von Kritikern, noch von meinem Mann. Ich habe nur selten auf die "guten Ratschläge" anderer gehört, sondern meistens auf mein Bauchgefühl und das hat mich nur ganz selten im Stich gelassen.
Derzeit schreibe ich am 5. Fall für Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff. Die Weichen in die Zukunft sind gestellt, denn mein wunderbarer Verlag hat sich ganz offen zu mir bekannt: im August 2010 habe ich einen Vertrag über drei weitere Bücher unterschrieben.
Hätte mir jemand DAS vor fünf Jahren erzählt, ich hätte es nicht geglaubt ...
Dankbarkeit
Schreiben ist mein Leben! Ich werde nie damit aufhören, solange es Menschen gibt, denen meine Bücher gefallen. Und wenn es niemanden mehr gibt, dem sie gefallen, dann schreibe ich wieder ganz für mich selbst. Denn das tue ich sowieso in erster Linie. Ich danke Gott für das Talent, das er mir gegeben hat, und auch für die Chancen, die ich bekommen habe. Allerdings hätte ich diese nie bekommen, hätte ich mein Glück nicht selbst in die Hand genommen und den Schritt in die Veröffentlichung gewagt.
Ich danke meinen Eltern, die mein Talent immer gefördert haben, meinen Schwestern, die mich unterstützen und immer für mich da sind. Ja, ich bin auch meinem Mann dankbar, weil er die Schreiberei zuerst für Unsinn hielt. Damit hat er meinen sonst eher wenig ausgeprägten Ehrgeiz erheblich angestachelt.
Auch meinen Kritikern danke ich. Es ist und bleibt schwer, mit kritischen und teilweise vernichtenden Rezensionen umzugehen, denn sie treffen direkt ins Herz. Gerade der unglaubliche Schneewittchen-Erfolg hat mich Vieles gelehrt. Meine Bücher können nicht jedem gefallen. Nicht jeder kann alles mögen und gelegentlich sind unter den Rezensenten und Bloggern auch solche, die selbst gerne mal ein Buch schreiben würden, dies aber nicht hinbekommen. Da kommt dann noch etwas hinzu, mit dem ich nur sehr schwer umgehen kann: nämlich Neid. Ich habe aber erkannt, dass es auf jeden Fall besser ist, beneidet als bemitleidet zu werden. Aus diesem Grund akzeptiere ich auch Kritik, selbst wenn diese unqualifiziert und verletzend ist. Das Positive und die konstruktive und damit hilfreiche Kritik überwiegt, und das ist letztendlich die Hauptsache.
Eins ist aber ganz klar: Wenn man einen Traum verwirklichen will, muss man sein Glück selbst in die Hand nehmen, hart arbeiten, Niederlagen und Rückschläge riskieren und Chancen nutzen. Wenn man nur dasitzt, über die anderen meckert und hofft, dass eines Tages jemand vorbei spaziert kommt, der einem hilft, dann wird man vergeblich warten.
Deshalb hier mein Tipp für alle Nachwuchsautoren: schreiben, schreiben, schreiben! Selbstkritisch sein! Lesen, lesen, lesen - um den eigenen Stil zu verbessern. Kritische (und aufrichtige) Probeleser suchen. Immer weiter am Text feilen, wenn es sein muss, ein Dutzend Mal. Es geht immer noch etwas besser. Und dann - wagt es! Auch vielleicht erst mal mit Book on demand. Es ist nämlich ein absolut großartiges und unvergleichliches Gefühl, sein erstes eigenes Buch in Händen zu halten!
Und zum Schluss: Wer mir Glück wünscht, dem wünsch ich's auch!